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Altindustriestandorte

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Förderkennzeichen
0330783

Akronym bzw. Kurztitel
Altindustriestandorte

Querschnittsthemen
Standortbewertung und -revitalisierung
Kommunikations- und Motivationsstrategien

Laufzeit
Laufend seit: 01.05.2007
Projektende: 31.07.2009

Stand der Information
07.02.2011

Titelbild Forschungsbericht: "Entwicklung von Analyse- und Methodenrepertoires zur Reintegration von altindustriellen Standorten in urbane Funktionsräume an Fallbeispielen in Deutschland und USA"
Titelbild Forschungsbericht:
"Entwicklung von Analyse- und
Methodenrepertoires zur
Reintegration von altindustriellen
Standorten in urbane Funktionsräume
an Fallbeispielen in Deutschland
und USA"
(Copyright: Rebekka Gessler

Entwicklung von Analyse- und Methodenrepertoires zur Reintegration von Altindustriestandorten in urbane Funktionsräume an Fallbeispielen in Deutschland und USA

Ziele des Vorhabens

Wissenschaftliches Arbeitsziel des Forschungsprojekts:

Ziel des Projekts ist das methodische Aufschlüsseln des existierenden Analyse- und Methodenrepertoires zur Behandlung von altindustriellen Standorten. Mittels Erweiterung, Präzisierung und Anpassung des bestehenden Repertoires soll eine bessere Integration von obsoleten Industriearealen und der dazugehörenden Infrastruktur in den urbanen Raum ermöglicht werden.
Durch Wieder- bzw. Weiternutzung der flächenintensiven Areale wird implizit eine wirksame Reduktion der Inanspruchnahme neuer Flächen und der nachhaltige Umgang mit der Ressource Fläche verfolgt.

Direkte, aus den Arbeitshypothesen abgeleitete Ziele sind:

  • Die Entwicklung und Umsetzung von Methoden für die Nach- und Umnutzung der Areale sowie zur Etablierung von Zwischenphasen parallel zu Stilllegungsprozessen.
  • Das existierende Methodenrepertoire unter der Hypothese, dass durch genauere Analysen mehr Chancen bestehen, einen Standort erfolgreich und nachhaltig zu entwickeln, zu erweitern, zu standardisieren und zu systematisieren.
  • Die exemplarische Anwendung und Weiterentwicklung des Analyse-, Entwurfs- und Planungsrepertoires anhand konkreter Fallbeispiele in Deutschland und den USA.
  • Die Entwicklung von Lösungsansätzen und Designkonzepten (für obsolete Industriestandorte) über alternative Entwürfe.
  • Auf Grundlage der Analyse räumlicher Typologien neben alternativen Programmen und Strategien vor allem qualifizierte Designalternativen zu entwickeln und diese frühzeitig in den Diskussions- und Entscheidungsprozess einzubringen.
  • Die Beobachtung der Entwicklung der frühzeitig in den Diskussions- und Entscheidungsprozess eingebrachten Alternativen während des Forschungszeitraums.
  • Zur Erweiterung des Alternativenpools Design-Charrettes als verkürzte Simulation eines verdichteten Planungsprozesses durchzuführen. Sie sollen zur Entwicklung umfangreicher qualifizierter Designalternativen und zu deren Evaluierung dienen.
  • Die systematische Beschreibung verbesserter methodischer Schritte zur Vorbereitung und Durchführung von Charrettes innerhalb von Planungsprozessen.
  • Ein paralleles Ziel des Arbeitsansatzes ist der Vergleich von kulturell bedingten unterschiedlichen Vorgehensweisen bei Revitalisierungsprozessen in Deutschland und den USA. Am amerikanischen Fallbeispiel soll insbesondere die Wirksamkeit von qualifiziertem Design überprüft werden, für das deutsche Fallbeispiel ist der soziale und ökonomische Vorteil frühzeitiger Planung vor Stilllegung der Produktionsstätten von besonderem Interesse.
  • Die Vorgehensweisen und Ergebnisse der Fallbeispiele zu verallgemeinern und zu abstrahieren, um sie als Handlungskonzepte für andere, ähnlichen Standorte und Situationen anwendbar zu machen.
  • Verbesserte Wege für die Entwicklung von Um- bzw. Nachnutzungskonzepten für flächenintensive Areale im urbanen Raum sowie für im Zusammenhang dazu stehende Infrastrukturen aufzuzeigen.

Projektbeschreibung

Struktur der geteilten, moderierten Charrette

Struktur der geteilten, moderierten Charrette
(Copyright: Rebekka Gessler) Abschlussveranstaltung der Charrette zur Nachnutzung des Bergwerkstandorts Westerholt, Oktober 2007

Abschlussveranstaltung der Charrette zur Nachnutzung des Bergwerkstandorts Westerholt, Oktober 2007
(Copyright: Hertener Allgemeine Zeitung) Tagesanlagen des Bergwerks Westerholt

Tagesanlagen des Bergwerks Westerholt
(Copyright: Stadt Gelsenkirchen) Blick auf das Hallengeviert mit Silos von Northwest Aluminum

Blick auf das Hallengeviert mit Silos von Northwest Aluminum
(Copyright: Rebekka Gessler) Zeit und Meilensteinplan

Zeit und Meilensteinplan
(Copyright: Rebekka Gessler) Struktur Fallbeispiele

Struktur Fallbeispiele
(Copyright: Rebekka Gessler)

Planungsgegenstand und Rahmenbedingungen

Infolge struktureller und wirtschaftlicher Umbrüche werden enorme orts- und landschaftsprägende Industrieareale mit vorwiegend monofunktionalem Charakter obsolet. Die zumeist negativen ökonomischen, ökologischen und sozio-kulturellen Folgen lassen den Planungsgegenstand oft ad hoc zu einer gesellschaftlichen Aufgabe – einer Aufgabe von Städten und Gemeinden werden.
Erfahrungen mit der Reintegration derartiger, oft durch Kontaminationen belasteter Standorte in das urbane Gefüge zeigen, dass "schnelle Lösungen", wie ein vollständiges Abräumen und Sanieren des Geländes, meist nur mit Einschränkungen den gewünschten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfolg bringen. Vorhandene Standortqualitäten werden nicht genutzt – über Jahre gewachsene Identität geht unwiderruflich verloren.
Das Forschungsprojekt bezieht sich nicht auf die grundsätzliche Entscheidung, Standorte nach zu nutzen, sondern auf methodische Verbesserungen und die schrittweise Bildung von Design-Alternativen. Um den sozialen Zusammenhalt der betroffenen Regionen zu wahren und sinnvolle Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen und zu beschreiten, ist eine intensive Auseinandersetzung mit dem Gelände und den darauf befindlichen Strukturen sowie seinem Umfeld zu einem möglichst frühen Zeitpunkt notwendig.
Die Projekte sind in der Regel die Konsequenz von Insolvenzen oder sehr zeitnah öffentlich gemachten Unternehmensentscheidungen. Die Entstehung der Projekte aus "unglücklichen" Ereignissen, die u. a. durch den Verlust von Arbeitsplätzen gekennzeichnet ist, löst Betroffenheit aus, welche eine besondere Sensibilität aller Beteiligten und eine intensive Kommunikation erfordert, die die mentalen und emotionalen Bedürfnisse der Betroffenen berücksichtigt.
Das Forschungsprojekt untersucht, vertieft und erweitert das existierende Analyse- und Methodenrepertoire zur Um- und Nachnutzung altindustrieller Standorte im urbanen Kontext. Die Entwicklung von qualifiziertem und abgestimmtem Design steht dabei im Zentrum. Die Frage ist, wie dieser Prozess positiv beeinflusst werden kann?
Nach diesem Ziel wird die geteilte, moderierte Charrette als ein zeitlich verkürztes Planungsverfahren entwickelt und als Simulation an zwei Modellstandorten in Deutschland und den USA durchgeführt. Das Ergebnis ist eine neuartige Methode zur Lösung komplexer Planungsaufgaben mit partizipativem Charakter.

Projektbeteiligte:

Das Forschungsprojekt wurde vom Antragssteller, dem Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur und Planung, Prof. Latz an der TU München, durch Rebekka Gessler und Prof. Peter Latz bearbeitet.
Als Auftragnehmer waren Experten für folgende Fachgebiete beteiligt:

  • Industrievegetation:
    PD. Dr. Harald Albrecht, Technische Universität München
  • Bautechnisches Vorgehen und Infrastruktur:
    Prof. Wigbert Riehl, Fachgebiet Landschaftsarchitektur/Technik, Universität Kassel
  • Sozio-ökonomische Fragestellungen:
    Prof. Dr. Guido Spars, Lehrstuhl für Ökonomie des Planens und Bauens, Bergische Universität Wuppertal
  • Altlasten:
    Kai Steffens, Probiotec GmbH – Consulting für Umwelt- und Biotechnik, Düren
  • Gebäudesubstanz:
    Günther Lipkowsky, Architekt Oberhausen
  • Bergbautechnische Beratung:
    Karl Kleineberg, Industriekultur Saar GmbH, Quierschied-Göttelborn

Beiträge zum international besetzten Symposium "Partizipation und Design" lieferten:
  • Dr. Oliver Ibert, Universität Bonn
  • Rebekka Gessler, Technische Universität München
  • Prof. Harris Steinberg, Executive Director PennPraxis, University of Pennsylvania, School of Design, Philadelphia
  • Mark Brown, partner local dialogue, London
  • Dr.-Ing. Christine Grüger, cg konzept – Büro für Planungskommunikation, Freiburg
  • RBM Josef Rott, Technische Universität München
  • Prof. Rudolf Scheuvens, Technische Universität Wien

Statements für die öffentlichen Methodendiskussion "Wert frühzeitiger Planung" wurden verfasst von:
  • Prof. Dr. Guido Spars, Bergische Universität Wuppertal
  • Günther Lipkowsky, Architekt Oberhausen
  • PD. Dr. Harald Albrecht, Technische Universität München
  • Karl Kleineberg, Industriekultur Saar Quierschied-Göttelborn
  • Prof. Dr. Hans-Peter Noll, Kim Troldner, RAG Montan Immobilien
  • Volker Lindner, Stadtbaurat Herten
  • Prof. em. Peter Latz, Technische Universität München

Standortpartner im Fallbeispiel I:

waren die RAG Deutsch Steinkohle und die RAG Montan Immobilien GmbH als Standorteigentümer sowie die Städte Gelsenkirchen und Herten als betroffene Kommunen.
An der Charrette nahmen neben Planungsfachleuten, den international besetzten Planungsgruppen und dem US Partner der Forschungsgruppe auch zahlreiche Vertreter aus Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit teil.

Standortpartner im Fallbeispiel II:

war die Eigentümergemeinschaft der Northwest Aluminum Specialties, inc.

die Stadt The Dalles als betroffene Kommune,

the Port of The Dalles als lokaler Wirtschaftsförderer

und Doug MacCourt, Rechtsanwalt für Umweltfragen und Mitglied der bilateralen Arbeitsgruppe (DUZ).
An der Charrette nahmen neben den Planern der TUM auch Landschaftsarchitektur- und Architekturstudenten der University of Oregon unter Prof. Leslie Ryan sowie zahlreiche Vertreter aus Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit teil.

Erläuterungen zur Laufzeit:

  • Offizieller Start des Forschungsprojekts mit der Ausstellung "Nutzungswandel des Bergwerks Westerholt" und Pressekonferenz in der Lohnhalle Westerholt im Juni 2007.
  • Durchführung einer fünf-tägigen Charrette zur Um- und Nachnutzung des sich noch in Betrieb befindlichen Bergwerkstandorts Westerholt auf der ehemaligen Schachtanlage Schlägel und Eisen vom 26.- 30. November 2007.
  • Herausgabe der Dokumentationsbroschüre zum Bergwerkstandort Westerholt im August 2008.
  • Standortsuche und Vorbereitung der Exkursion zur physischen Standortaufnahme des Modellstandorts in den USA von Juni 2007 bis Mitte Oktober 2007.
  • Durchführung einer zweiwöchigen Aufnahme des Standorts und seiner Umgebung mit Studium von ähnlichen Projekten in der Umgebung sowie Herstellung persönlicher Kontakte im Okt.2007.
  • Vorbereitungsexkursion zu Durchführung der Charrette am Modellstandort in den USA vom 17. Feb. – 24. Feb. 2008.
  • Durchführung einer fünf-tägigen Charrette "Reuse of North-West Aluminum" am Standort in den USA vom 28. April – 02. Mai. 2008.
  • Herausgabe der Dokumentationsbroschüre zum amerikanischen Fallbeispiel Northwest Aluminum, The Dalles, Oregon USA im März 2009.
    Auswertung der Ergebnisse der Fallbeispiele.
  • International besetztes Symposium "Partizipation und Design" an der Technischen Universität München im Februar 2009.
  • Methodendiskussion zum Thema "Wert frühzeitiger Planung" an der Technischen Universität München im Februar 2009.
  • Herausgabe des Forschungsberichts im Februar 2010.

Modellraum I in Deutschland

Modellstandort in Deutschland war der zum damaligen Zeitpunkt noch in Betrieb befindliche Bergwerkstandort Westerholt.
Der 33 ha große zum Verbundbergwerk Lippe gehörende Standort befindet sich am nördlichen Rand des urbanen Funktionsraums Ruhrgebiet auf den Stadtgebieten der Kommunen Herten und Gelsenkirchen.
Das Gelände selbst liegt als abgeschlossener Bereich in einem Siedlungsgefüge und schließt direkt an eine Straße mit Nahversorgungseinrichtungen an. Die über Jahrzehnte gewachsenen baulichen Anlagen formen weit über das Zechenareal hinaus das Erscheinungsbild des Standorts.
Der Standort ist ein Beispiel für einen häufig vorkommenden Industrietypus in städtisch geprägter Umgebung, dessen Verwertung und Flächennachnutzung auch künftig relevant bleiben wird. Es war somit möglich dort ein Exempel für zukunftsweisende Planungsverfahren zu statuieren, das bereits frühzeitig vor Schließung beginnt.

Modellraum II in den USA

Modellstandort im Fallbeispiel II war das Areal von Northwest Aluminum in Oregon an der amerikanischen Westküste. Der ca. 85 Meilen östlich von Portland an der Interstate 84 gelegene Standort liegt auf dem Stadtgebiet von The Dalles direkt am Columbia River, der die nördliche Grenze zum Nachbarstaat Washington bildet.
Die Aluminiumproduktion wurde auf dem Standort bereits 1987 eingestellt und das 184 große Gelände in den 1990 Jahren über das Superfund-Programm saniert.
Der Standort selbst zeichnet sich durch einen quadratischen Hallenkomplex aus, welcher auf Grund seiner räumlichen Erscheinung, Größe und Lage das implizite Potential besitzt durch eine erfolgreiche Umnutzung zum "Icon" für The Dalles und Umgebung zu werden.

Alle Abbildungen zu diesem Beitrag

Modellraum

Nordrhein-Westfalen, Gelsenkirchen, Zeche Westerholt des Bergwerks Lippe der Deutschen Steinkohle AG (DSK)


Zeit- und Arbeitsplan

Die aufgestellten Hypothesen werden methodisch in redundanten, induzierenden Verfahren untersucht. Die Untersuchung gliedert sich in drei Blöcke.
Block eins und zwei beschäftigen sich mit ausgewählten Fallbeispielen in Deutschland und Amerika. Beide Fallbeispiele werden in eigenen Berichten dokumentiert und ausgewertet.
Die evaluierten Ergebnisse der Fallbeispiele fliesen in den sich anschließenden dritten Block.
Neben der vergleichenden Untersuchung werden sie einer systematischen Abstraktion unterzogen.
Methodik, Verfahren und Ergebnisse des Planungsmodells und des Partizipationsprozesses Charrette werden in einem Symposium öffentlich vorgestellt und mit anderen Beispielen zur Partizipation sowie differenzierten Positionen zur Methodendiskussion und den Ausgangshypothesen verglichen.

Meilensteinplan des Forschungsprojektes, Abbildung in großer Auflösung


Struktur der Fallbeispiele, Abbildung in großer Auflösung

Ergebnisse und Produkte

Forschungsbericht: Entwicklung von Analyse- und Methodenrepertoires zur Reintegration von altindustriellen Standorten in urbane Funktionsräume an Fallbeispielen in Deutschland und den USA.
TU München, Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur und Planung (Hrsg.)
Gessler, Rebekka (Bearb.); Latz, Peter (Bearb.)
Freising (2010); 473 S.; ISBN 978-3-941370-10-4
Download (pdf, 9 MB)
Siehe auch: REFINA-Produkte

Internationale Bezüge

Globale Relevanz der Fragestellung

Der Umgang mit vorgenutzten, altindustriellen Standorten ist inzwischen eine international bekannte und anerkannte Planungsaufgabe.
Die Fragestellung nach geeignetem Analyse- und Methodenrepertoire zur Behandlung derartiger Standorte rückte in den letzten Jahren in Deutschland und den USA, durch die gesellschaftliche und wirtschaftliche Relevanz der Projekte, immer mehr in den Fokus.
Im Bereich der europäischen Union und anderen von wirtschaftlichen Umstrukturierungen betroffenen Industrieländern wurde diese Frage ebenfalls erkannt und zum Forschungsgegenstand gemacht.
Das Forschungsprojekt zielte darauf ab, den in Deutschland durch Bund- und Länderförderung erreichten Wissensvorsprung bei der Nachnutzung von Industriestandorten zu erhalten und auszubauen. Hierdurch bietet sich zugleich die Möglichkeit, vorhandene, zumeist öffentliche Mittel in Deutschland sinnvoll einzusetzen, kostenintensive Fehlentscheidungen zu vermeiden und insbesondere über deutsche Fachleute und Unternehmen an internationalen Projekten teilzuhaben.

Internationaler Ansatz der Projektstruktur

Die Durchführung des Projekts an Modellstandorten in Deutschland und den USA ermöglichte die konkrete Erprobung des entwickelten Analyse- und Methodenrepertoires auf internationaler Ebene, was die Basis für Anwendung in der späteren Praxis wesentlich erweitert und durch die erprobte Übertragbarkeit die Relevanz des entwickelten Repertoires für andere "alte" Industriestaaten erhöht.
Der transatlantische Austausch war mit einer intensiven Auseinandersetzung mit den differierenden und kongruenten kulturellen, ökologischen, ökonomischen und politisch-administrativen Gegebenheiten verbunden. Dieser gegenseitige Lernprozess begann bereits bei der Durchführung des Fallbeispiels in Deutschland. Die Charrette in Westerholt, fand unter Beteiligung der amerikanischen Projektpartner statt.
Zur Auswahl und Definition eines geeigneten Standorts in den USA wurden in verschiedenen Bundstaaten Kontakte zu potentiellen US-amerikanischen Projektpartnern, Eigentümern, Einrichtungen wie Hochschulen und Administrationen geknüpft.
Für die Durchführung des Planungsprozesses und der Charrette am letztlich ausgewählten Modellstandort Northwest Aluminum im Bundesstaat Oregon wurden entsprechende Kontakte intensiviert, ausgebaut und Zusammenarbeiten aufgenommen.Folgende Kontakte und Zusammenarbeiten wurden aufgebaut:

  • Auf universitärer Ebene zum Department of Landscape Architecture der University of Oregon in Eugene und dem Department of Urban Studies and Planning der Portland State University,
  • Zum Nationalen Charrette Institute in Portland,
  • Einbeziehung von Planungsbüros vor Ort,
  • Zur aktuellen Eigentümergemeinschaft von Northwest Aluminum und dem vorhergehenden Eigentümer Lockheed-Martin, zu Administrationen wie dem Stadtentwicklungs- und Planungsdepartment der Stadt The Dalles und dem Port of The Dalles sowie zu lokalen Interessensgruppen,
  • Zu staatlichen Stellen wie den Umweltbehörden United States Enivronmental Protection Agency (US EPA) und dem Oregon Department of Environmental Quality (orgeon DEQ) sowie der kommunalen Wirtschaftförderung dem Oregon Economical and Community Development Department (Oregon ECDD).

Neben der Durchführung und Evaluierung des Planungsprozesses mit dem entwickelten Partizipationsverfahrens der "geteilten, moderierten Charrette" verdichtete sich auf disziplinärer Ebene der Vergleich der nationalen Gesetzeslage zum Umgang mit Altlasten zu einem Schwerpunkt. Gesetzliche Grundlagen, nationale Programme zur Altlastenbearbeitung und insbesondere das Haftungsrecht zeigten sich, mit gravierendem Einfluss auf den Nachnutzungsprozess und die Nachnutzung der Industrieareale, als wesentliche Unterschiede zwischen beiden Staaten.

Symposium – Verdichtung der gewonnen Erkenntnisse anhand aktueller Projekte

Mit dem Symposium "Partizipation und Design" wurden aktuelle Charretteverfahren aus den USA, England und Deutschland vorgestellt und im Anschluss am international besetzten Runden Tisch diskutiert.

Transatlantische Zusammenarbeit in der U.S. – German Bilaterale Working Group

Unter dem Themenschwerpunkt "Brownscape Design – Innovative Gestaltung von Lebensräumen" war das Projekt Teil der Zusammenarbeit zwischen BMBF und U.S. EPA.
Neben der Mitarbeit und Verankerung des Projekts in der bilateralen Arbeitsgruppe DUZ fand u. a. eine gemeinsame deutsch-amerikanische Vorstellung des Projekts und der Teilergebnisse auf der Brownfields Conference in Detroit im 2009 statt.

English Summary

As a result of structural and economic upheavals, colossal industrial plants with predominantly monofunctional character which have shaped cities and landscapes, have become or are becoming obsolete. Through the ensuing, mostly negative, economic, ecological, social and cultural consequences such planning objects become an issue of social responsibility.
In order to preserve the social cohesion of the affected areas, as well as to identify and implement meaningful development options, it is important to perform an intensive examination of the site and the structures located on it at the earliest possible juncture.
The research project itself investigates, elaborates and extends the existing analytical and methodological repertoire for the conversion and redevelopment of disused industrial sites in the urban context. The elaboration of a qualified and concerted design is at the heart of the project. The crucial question is how to exert a positive influence on this process.
In accordance with this objective, the divided, moderated charrette is being developed as a compressed planning procedure to be implemented at two model locations in Germany and the USA. The result is a novel method of solving complex planning tasks, such as the revitalisation of abandoned industrial sites, in a participatory process.
The research project 'Development of analytical and methodological repertoires to reintegrate brownfield sites into functional urban areas modelled on examples in Germany and the USA' was carried out under the auspices of the program ‘Research for Sustainability‘ sponsored by the (German) Federal Department of Education and Research (BMBF). It constituted part of the priority-funded program 'Research for the reduction of land consumption and for sustainable land management (REFINA)' and of the 'Brownscape Design - Innovative Configuration of Living Environments' initiative within the framework of collaboration between the BMBF and U.S. EPA.

Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation

  • Projekt-Website
    www.wzw.tum.de/fai/
  • Entwicklung von Analyse- und Methodenrepertoires zur Reintegration von altindustriellen Standorten in urbane Funktionsräume an Fallbeispielen in Deutschland und den USA. Forschungsbericht. Rebekka Gessler (Hrsg.); Prof. Peter Latz (Hrsg.); Technische Universität München, Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur und Planung (Hrsg.); Freising, Februar 2010; ISBN 978-3-941370-10-4
    Download (pdf, 8,79 MB)
  • Bergwerkstandort Westerholt – Dokumentation der Charrette zur Um- und Nachnutzung des Standorts Westerholt, Bergwerk Lippe auf der ehemaligen Schachtanlage Schlägel und Eisen vom 26.-30. November 2007 mit Ausstellung zur Charrette und Dokumentation der Ausstellung "Nutzungswandel des Bergwerkstandort Westerholt" in der Lohnhalle im Juni 2007. Forschungsgruppe Prof. Latz, Technische Universität München, Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur und Planung (Hrsg.); Freising (2008)
    Download (pdf, 8,6 MB)
  • Northwest Aluminium, The Dalles, Oregon USA. Charrette for future use of Northwest Aluminium 28th April - 2nd May 2008. Exhibition relating to the Charrette at the Discovery Center,The Dalles. Master theses at the Chair of Landscape Architecture and planning, Technical University of Munich October 2007 - April 2008. TU München, Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur und Planung (Hrsg.); Freising (2009); 182 S.
    Download (pdf, 8,81 MB)
  • Im "Karren" in die Zukunft: Nutzungsalternativen für Altindustriestandorte. Flächenpost Nr. 10: REFINA Projekt Altindustriestandorte, Juni 2009
    Download (pdf, 1,53 MB)
  • Regional approaches and tools for sustainable revitalization. Documentation of a workshop of the U.S.-German bilateral working group, May 8 and 9, 2008 - New York, New York. Bundesministerium für Bildung und Forschung, Berlin (Förd.); United States Environmental Protection Agency -USEPA-, Cincinatti (Mitarb.); Forschungszentrum Jülich GmbH, Berlin (Hrsg.); Hauschild, Maike (Hrsg.); Berlin (2008); 46 S.
    Download (pdf, 2,8 MB)

Ansprechpartner

Projektleitung

Herr Prof. em. Peter Latz
Technische Universität München
Fakultät für Architektur, Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur und Planung
Emil-Ramman-Strasse 6
85350 Freising-Weihenstephan
E-mail: lap@wzw.tum.de

Frau Rebekka Gessler
E-mail: gessler@wzw.tum.de

Praxispartner

Projektleiter
Herr Bernd Lohse
RAG Montan Immobilien
E-mail: Bernd.Lohse@rag-montan-immobilien.de

Stadtbaurat
Herr Volker Linder
Stadt Herten
E-mail: v.lindner@herten.de

Referatsleiter
Herr Clemens Arens
Stadt Gelsenkirchen
Referat Stadtplanung (61)
E-mail: Clemens.arens@gelsenkirchen.de

Stellv. Abteilungsleiter
Herr Thomas Robbin
Stadt Gelsenkirchen
Referat Stadtplanung Abteilung 61/2
E-mail: Thomas.robbin@gelsenkirchen.de

Rechtsanwalt für Umweltfragen
Mr Douglas C. MacCourt
Partner Ater Wynne LLP
E-mail: dcm@aterwynne.com