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Interner REFINA-Workshop: Boden- und Flächeninformation

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am 01.10.2007 im Museum für Industriekultur Osnabrück

Unter Beteiligung von acht Projekten, PTJ und REFINA-Begleitkreis fand mit 27 Teilnehmern am 1.10.2007 der 1. Workshop zum Querschnittsthema "Boden- und Flächeninformation" in Osnabrück statt. Gastgeber war die FH Osnabrück, die den stimmungsvollen Tagungsort auf einer Industriebrache im Umnutzungsprozess vorgeschlagen hatte. Der Workshop verfolgte die Ziele und Aufgabenstellungen, neue Ansätze von Fernerkundungsmethoden zur Generierung von Boden- und Flächeninformationen zu untersuchen, sich über die in den Verbundprojekten verwendeten Boden- und Flächeninformationen sowie Anforderungen der Anwender von Geoinformationen auszutauschen sowie Ansätze zur Vergleichbarkeit und Standardisierung von Geodaten unterschiedlicher Herkunft zu erörtern.

In drei Blöcken wurden diese Fragestellungen vor dem Hintergrund einleitender Klärungen zu Aufgaben, Ziele, Hintergrund und Fragestellungen durch Herrn Prof. Rück von der FH Osnabrück in Form von Impulsreferaten jeweils aus wissenschaftlicher und aus Anwendersicht anhand der Projekte behandelt.

Im ersten Block wurden zunächst von Frau Lücke (EFTAS GmbH) und Herrn Düyffke (Stadt Osnabrück) vom Projekt 'Automatisierte Fernerkundungsverfahren' die Möglichkeiten und Grenzen von Fernerkundungs­methoden zur Generierung von Boden- und Flächeninformationen einerseits und die Anforderungen an und Anwendungsmöglichkeiten von Fernerkundungsdaten in der kommunalen Praxis andererseits vorgestellt und erörtert. Hohe technische Anforderungen und hohe Kosten stellen einerseits die wesentlichen Hemmnisse für die breite Einführung neuer Techniken und Daten dar. Andererseits zeigt sich, dass sich neue Geodaten nach einer gewissen Eingewöhnungszeit schnell bei den Anwendern verbreiten und bald als unverzichtbar für die Arbeit eingeschätzt werden, wie Beispiele aus dem Flächenmanagement, der Hochwasservorsorge und der Solarenergienutzung zeigen.

Der zweite Block war dem Thema Bodeninformationen gewidmet. Herr Rolf (FH Osnabrück) und Herr Greiten (Stadt Osnabrück) vom Projekt 'Funktionsbewertung urbaner Böden' stellten zur Erhebung und Aufbereitung von Bodeninformationen und Anforderungen an Bodeninformationen aus kommunaler Planungs- und Umweltsicht vor. In der anschließenden Diskussion wurde der Wert von detaillierten Bodeninformationen, die über die bislang verfügbare Qualität hinausgehen, hervorgehoben. Neben baulichen lassen sich auch andere Anschlussnutzungen betrachten und hinsichtlich der Flächeneignung bspw. für Ausgleichsmaßnahmen bewerten. Detailliertere Bodeninformationen im Innenbereich helfen bspw., Entsiegelungspotenziale zu ermitteln. Sie können auch in ökonomische Bewertungen einfließen und bspw. Kosten für Untersuchung und Sanierung von Flächen eingrenzen helfen.

Ziel und Gegenstand des Projektes 'Nachhaltiges Flächenmanagement Hannover', das Herr Behrendt (ECOLOG-Institut Hannover) und Frau Kloten (Stadt Hannover) vorstellten, ist die Untersuchung der Machbarkeit eines privatwirtschaftlichen Grundstücksfonds, der sich aus der Aufbereitung und Veräußerung von zumeist mit Altlasten behafteten Brachflächen refinanzieren soll. Detaillierte und vielschichtige Flächeninformationen zur Lage und Eigenschaft der Flächen in Bezug zu Nachhaltigkeitszielen und Vermarktungsstrategien sind die notwendige Grundlage für die Auswahl geeigneter Flächen und die Ableitung erfolgversprechender Aktivierungsstrategien. Diese Informationen sollen in das Brachflächeninformationssystem der Stadt Hannover integriert werden, das auch eine Schnittstelle für öffentliche Nutzer zulassen soll.

In weiteren Workshops möchten die Teilnehmer anhand guter Beispiele und guter Praxis bei der Gewinnung, Darstellung und Anwendung von Boden- und Flächeninformationen insbesondere die Anwenderfreundlichkeit von Boden- und Flächeninformationen, die Pflege und Zugänglichkeit zu Daten, Abfragemöglichkeiten, Darstellungsbeispiele für unterschiedliche Nutzergruppen, barrierefreie Zugänge zu Boden- und Flächeninformationen vertiefen. Das Thema Boden- und Flächeninformationen für die Kommunikation von Flächeninanspruchnahme soll aufgegriffen werden.

Erhebliche Kosteneinsparungs- und Effektivierungsmöglichkeiten für kommunale Anwender sehen die Teilnehmer in der Automatisierung der Generierung von Boden- und Flächeninformationen.

Der Besuch der Modellfläche des Projektes 'Funktionsbewertung urbaner Böden' rundete die aus Sicht der Teilnehmer ergiebige und erfolgreiche Veranstaltung ab.