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Interner REFINA-Workshop: „Akteursperspektiven und zielgerichtete Kommunikation“

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am 22. und 23. Oktober 2007 in Berlin

An dem Workshop im Ernst-Reuter-Haus nahmen 21 VertreterInnen aus REFINA-Vorhaben teil. In seiner Einführung verdeutlichte Jens Libbe, Difu, die doppelte Relevanz des Themas Kommunikation innerhalb des Förderschwerpunktes REFINA: Zum einen zielen zahlreiche Projekte direkt auf eine bessere Kommunikation für einen nachhaltigeren Umgang mit Flächen ab. Zum anderen stehen alle Projekte vor der Kommunikationsaufgabe, ihre Ergebnisse und Produkte den Praktikern vor Ort zu vermitteln.

Ulrich Kriese, Naturschutzbund Deutschland e.V. (Nabu), unterstrich in seinem einleitenden Vortrag die Notwendigkeit einer stärkeren Professionalisierung der Kommunikation nachhaltiger Flächenpolitik anhand der Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung. Insgesamt stecke diese bei Politik, Verwaltungen, Stiftungen und Verbänden noch in den Kinderschuhen. So seien etwa eine genauere Definition von Zielgruppen und die Entwicklung ansprechender Botschaften notwendig.

Von ihren Erfahrungen in der Kommunikation berichteten Birgit Böhm (Projekt Gläserne Konversion) zur Zielgruppe Politik, Prof. Dr. Jörg Knieling und Claudia Dappen (Projekt Nutzungszyklusmanagement) über die Wohnungswirtschaft, Sabine Huck und Dr. Wolfgang Roth (Projekt Freifläche) zu Ansätzen der Bewusstseinsbildung bei Jugendlichen sowie Uta Bauer und Susanne Liepe (Projekt Integrierte Wohnstandortberatung) zu privaten Haushalten. Dabei wurde deutlich, dass für eine erfolgreiche Ansprache dieser auf den ersten Blick homogen erscheinenden Zielgruppen oftmals eine weitergehendere Differenzierung benötigt wird.

Welche Möglichkeiten die Milieuforschung für die Formulierung zielgerichteter Kommunikationsstrategien bietet, verdeutlichte der Beitrag von Dr. Silke Kleinhückelkotten vom ECOLOG-Institut, Hannover. Insbesondere für die Sinus Milieus lägen heute vielfältige Informationen zu Einstellungen und geeigneten Kommunikationskanälen vor, um beispielsweise bestimmte Gruppen für das innenstadtnahe Wohnen zu gewinnen.

Inputs zur Entwicklung von integrierten Kommunikationsstrategien gaben aus dem Projekt „KomKoWo“ Prof. Dr. Heidi Sinning, Rebecca Eizenhöfer und Katharina Günther, aus dem Projekt „KMU entwickeln KMF“ Jantje Samtleben und aus dem Projekt „Spiel-Fläche“ Anke Valentin. Diese Projekte zielen teils auf die langfristige Bewusstseinsbildung teils auf die unmittelbare Mobilisierung von Akteuren ab.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutierten eine Reihe von übergeordneten Leitfragen – so unter anderem die Frage, welche Rolle die einzelnen Aspekte der Flächeninanspruchnahme – von den ökologischen Bodenfunktionen bis ökonomischen Folgekosten – in Kommunikationsstrategien spielen können. Auch die Frage nach den Lernmöglichkeiten von anderen Kommunikationskampagnen, etwa im Bereich ÖPNV oder Energiesparen wurde debattiert. Deutlich wurden der Wunsch an einer weiteren Vertiefung der Thematik und das Interesse an der Expertise aus Kommunikationswissenschaft und –praxis.