REFINA

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Ausschnitt aus dem 3D-Stadtmodell von Potsdam, das derzeit aus amtlichen Geodaten und aus Laser-Scan-Daten für ein REFINA-Projektgebiet aufgebaut wird. Zu sehen sind Gebäudegrundmodelle, die im Laufe des Projekts in ausgewählten Bereichen durch Detailmodelle ersetzt werden. Das Stadtmodell dient als Integrationsplattform für Geoinformationen in unterschiedlichen Formaten, aus unterschiedlichen Quellen und unterschiedlicher Thematik; ein komplexer urbaner Informationsraum entsteht so innerhalb des virtuellen 3D-Raums.


Objekte eines virtuellen 3D-Stadtmodells lassen nicht nur die Visualisierung ihrer Geometrie und Erscheinung zu, sondern lassen sich auch als allgemeine Variablen für die Abbildung von Fachinformationen verwenden. Sollen zum Beispiel pro Gebäude Energieverbrauch und Kosten sichtbar werden, können diese Parameter z.B. auf die Gebäudehöhe und Gebäudefarbe abgebildet werden. Hierdurch wird es für REFINA-Projektgebiete möglich, z.B. wirtschaftliche, soziodemografische oder umweltbezogene Fachdaten im Rahmen des 3D-Stadtmodells mit Hilfe der im Stadtmodell enthaltenen Objekte zu visualisieren („Urban Data Mining“).

Szenarien

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In Verbindung mit den flächenbezogenen Zielen der Nachhaltigkeitsstrategie, vor allem dem quantitativen 30-ha-Ziel, kommt Szenarien eine besondere Bedeutung zu, bieten sie doch die Möglichkeit, in Abhängigkeit verschiedener Trends (Bevölkerungsentwicklung, Wohnflächenverbrauch, Haushaltsgröße, Siedlungsflächeninanspruchnahme, Mobilität etc.) unterschiedliche Zukunftsentwicklungen zu entwerfen und die Konsequenzen zu bestimmen. Im Programm REFINA beziehen sich Szenarien auf die zukünftige quantitative und/oder qualitative Flächennutzung.

Mit Szenarien können in strategischen Planungsprozessen, wie z.B. dem zukünftigen Umgang mit Flächen, unterschiedliche Zielsetzungen verfolgt werden, die sich nicht nur an verschiedenen Zeitpunkten ihres Einsatzes, sondern auch an der Zusammensetzung der beteiligten Akteure sowie an dem Stellenwert des jeweiligen Szenarioprozesses ablesen lassen. Wenn die Identifikation und Beschreibung alternativer Entwicklungspfade und möglicher (bzw. gesetzter) Störereignisse im Vordergrund stehen, ist ein anderer Szenarioprozess notwendig, als wenn – ausgehend von einer gezielten Zukunftsvision – konkrete Entscheidungspunkte und Handlungsmöglichkeiten ermittelt werden sollen.

In den REFINA-Projekten traten bei der Verbindung ihrer jeweiligen Ansätze des Flächenmanagements mit dem Einsatz von Szenarien zahlreiche methodische Fragen auf. Diese betrafen sowohl einzelne thematische Bestandteile der Szenarien und ihre Integration, die Frage nach normativen oder realistischen Zielvorgaben der Szenarien sowie die Bedeutung von Szenarien im Rahmen gesellschaftlicher Entscheidungsfindungsprozesse zur zukünftigen quantitativen und qualitativen Flächennutzung und den Zeitpunkt der Szenarioerstellung. Einigkeit zwischen den Teilnehmenden zeichnete sich ab hinsichtlich der Einschätzung, dass Szenarien eine wichtige Entscheidungsgrundlage zwischen Entwicklungsalternativen darstellen könnten, sofern ihr Einsatz auf eine breitere Akzeptanz in Politik und der Öffentlichkeit stoßen würde.

Bei einigen Projekten lag der Wert einer intensiveren Auseinandersetzung mit Szenarien und Modellen der Flächenentwicklung darin, einen weitergehenden Einblick in Möglichkeiten und Grenzen dieser Instrumente zu erhalten, da entsprechende Szenarien und Modelle in noch zu klärendem Umfang in die weiteren Forschungsarbeiten integriert werden könnten.

Die Diskussion dieser unterschiedlichen Verwendungsmöglichkeiten und Zielsetzungen des Szenarioeinsatzes im Rahmen von REFINA ermöglichte nicht nur eine genauere Differenzierung dieses Instrumentes und eine Bestimmung der jeweiligen Eingangsgrößen und Szenarioannahmen, sondern bot die weitergehende Möglichkeit, Szenarien als Kommunikationsinstrument zu erproben und die entsprechenden Erfahrungen zu reflektieren.

Workshop "Szenarien als ein politisches Entscheidungsinstrument für das Flächenmanagement – Konzeptionelle Zugänge der REFINA-Projekte" am 27. September 2007 in Darmstadt